Traumdieb

Ich bin hin und weg – Dein Schlaf ist faszinierend! Es ist lange her, dass ich mich so sehr in einen Traum verliebt habe. Du atmest nahezu enthusiastisch. Du atmest eine ganz bezaubernde Geschichte. Ganz leise und gleichmäßig hast du angefangen.

Die Bilder deines Traumes waren noch unscharf, überhaupt nicht ausgereift, da habe ich sie bereits gespürt. Ich konnte nicht anders, ich musste zu Dir kommen.

Diese neue, bunte Welt, die Du malst, davon möchte ich mehr sehen. Dein Schlaf ist äußerst reizend und zugleich verhängnisvoll, wie das Lied einer Sirene.

Es ist ein Traum, den ich unbedingt haben möchte. Aber es ist auch einer, den du nach dem Aufwachen vermissen würdest und solche soll ich nicht stehlen.

Jetzt hörst du auf zu atmen! Warum? Was passiert gerade? Ich bin ganz aufgeregt! Ah, da bist Du ja wieder. Diesmal atmest du laut und aufgebracht! Oh Du! Du machst es wirklich spannend, nicht wahr? Du hast es geschafft, ich habe es wirklich kaum ausgehalten. Wie geht es weiter? Am liebsten würde ich dich danach fragen, aber du kannst mich nicht hören.

Du wendest und wälzt dich. Das ist ein echtes Abenteuer, stimmt’s? Bestimmt erscheinen die Schurken – kommen jetzt die Schurken? Ich möchte es wissen. Es erweckt meinen Neid, wie du alleine so schön schläfst und deine Träume erlebst.

Ich weiß, ich sollte das nicht machen. Aber dein Traum ist zu wundervoll, als dass ich widerstehen könnte. Deswegen werde ich ihn stehlen. Nur diesen einen und dann ist es meiner!

Aber bitte, träume erst zu Ende. Solange kann ich noch warten.

4 comments on “Traumdieb

  1. So schön geschrieben. Ich verliebe mich jedesmal, in jede Geschichte.

  2. Das ist frech und witzig, gefällt mir sehr gut.

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